Vogelfutter-Mischung mit Körnern und Samen in einem Futterspender

Vogelfutter: welche Sorte für welche Vogelart? Der große Überblick

Gutes Vogelfutter lässt sich in drei Gruppen einteilen: ölhaltige Körner und Samen für Finken und Sperlinge, Weichfutter für Amsel und Rotkehlchen und Fettfutter für Meisen, Kleiber und Spechte. Als Allrounder gelten Sonnenblumenkerne. Wer gezielt bestimmte Arten anlocken möchte, kombiniert sie mit ein oder zwei passenden Ergänzungen.

Im Gartenfachhandel und im Supermarkt stehen im Herbst Dutzende Tüten, Eimer und Säcke nebeneinander. Die Namen klingen ähnlich, der Inhalt unterscheidet sich aber deutlich. Dieser Überblick zeigt Dir, was in den gängigen Sorten steckt, welcher Vogel was frisst und was auf keinen Fall in die Futterstelle gehört.

Die Sorten im Überblick

FuttersorteBesonders beliebt beiStärkenWorauf Du achtest
Sonnenblumenkerne, ungeschältfast allen Körner- und Allesfressernenergiereich, lange haltbarSchalen bleiben liegen
Sonnenblumenkerne, geschältMeisen, Finken, Sperlingenkein Schalenabfalltrocken lagern, verdirbt schneller
HanfsaatFinken, Meisensehr ölhaltignur in Mischungen sinnvoll
NigersaatStieglitz, Erlenzeisigwinzige, ölreiche Samenbraucht einen Spender mit feinen Öffnungen
Mohnkleinen Finkenfein, energiereichrieselt leicht aus groben Spendern
ErdnussbruchMeisen, Kleiber, Spechtenviel Fett und Eiweißnur ungesalzene Ware in Futterqualität
HaferflockenAmsel, Rotkehlchen, Heckenbraunelleleicht verdaulichnicht nass werden lassen
Rosinen und ObstAmsel, Drosseln, Starsaftig, beliebtnur ungeschwefelte Rosinen
Fettfutter (Knödel, Blöcke)Meisen, Kleiber, Buntspechthohe Energiedichteohne Plastiknetz, schattig aufhängen
Getrocknete Mehlwürmer und InsektenRotkehlchen, Meisentierisches Eiweißsparsam als Zusatz anbieten

Körner und Samen: das Kraftfutter der Finken

Sonnenblumenkerne

Sie sind das Rückgrat fast jeder guten Mischung. Ungeschälte Kerne sind robuster und halten die Vögel länger beschäftigt, weil jeder Kern erst geknackt werden muss. Dunkle Kerne haben eine dünnere Schale als helle und eignen sich auch für kleinere Schnäbel. Geschälte Kerne lohnen sich, wenn unter der Futterstelle keine Schalen liegen sollen, etwa auf dem Balkon oder über einer Terrasse.

Stieglitz an einem Futterspender
Foto: Jonathan Billinger, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Hanf, Mohn und Nigersaat

Diese kleinen, ölreichen Samen sind die Spezialisten unter den Futtersorten. Nigersaat ist so fein, dass sie aus normalen Futtersäulen herausrieselt. Mit einem eigenen Spender holst Du Dir damit aber Stieglitze und Erlenzeisige an den Futterplatz, die an gewöhnlichen Mischungen oft vorbeifliegen. Hanf und Mohn machen eine Grundmischung reichhaltiger.

Was eine gute Körnermischung ausmacht

Als Anhaltspunkt nennen NABU-Ortsgruppen Mischungen, die etwa zu zwei Dritteln aus Sonnenblumenkernen und zu einem Viertel aus Hanfsaat bestehen. Auch die Schweizerische Vogelwarte empfiehlt Mischungen, die größtenteils aus diesen beiden Saaten bestehen. Der Rest setzt sich aus Haferflocken, gehackten Nüssen und kleineren Samen zusammen. Viel Weizen ist dagegen ein schlechtes Zeichen: Den fressen vor allem Tauben und Sperlinge, alle anderen sortieren ihn aus.

Weichfutter: für alle, die keine Körner knacken

Amsel, Rotkehlchen, Heckenbraunelle und Zaunkönig haben schlanke Schnäbel und fressen sonst Insekten, Würmer und Beeren. Im Winter helfen ihnen:

  • Haferflocken, pur oder mit etwas Pflanzenöl angereichert
  • ungeschwefelte Rosinen, gern kurz eingeweicht
  • Äpfel und Birnen, halbiert oder gewürfelt
  • Weizenkleie als Beimischung
  • getrocknete Mehlwürmer oder Insekten

Fertige Weichfuttermischungen kombinieren meist mehrere dieser Zutaten. Weil die meisten dieser Vögel am Boden fressen, gehört Weichfutter in einen überdachten Bodenspender oder auf ein niedriges Futterbrett, das Du täglich säuberst.

Mehlwürmer und Insektenfutter

Getrocknete Mehlwürmer, Fliegenlarven oder Bachflohkrebse sind eine Art Delikatesse am Futterplatz. Rotkehlchen und Heckenbraunelle fliegen darauf, und auch Meisen greifen gern zu. Weil das Eiweiß sie wertvoll macht, reicht eine kleine Prise als Zugabe zum Weichfutter. Kurz in lauwarmem Wasser eingeweicht, sind die Tiere leichter zu fressen. Achte darauf, dass die Ware trocken, hell und ohne muffigen Geruch ist.

Fettfutter: Energie für kalte Tage

Meisenknödel, Fettblöcke, Futterglocken und Erdnussbutter für Vögel bestehen aus Fett und eingemischten Körnern. Für Meisen, Kleiber und Spechte sind sie eine willkommene Energiequelle, und die Körner im Fett bleiben auch bei Nässe gut geschützt. Viele Bodenfresser picken herabgefallene Krümel auf.

Beim Kauf zählen drei Punkte: Das Produkt sollte ohne Plastiknetz auskommen, das Fett sollte auch bei Plusgraden fest bleiben und die Zutatenliste sollte kurz und verständlich sein. Die Schweizerische Vogelwarte weist zudem darauf hin, dass sehr fettreiches Futter nach einigen Studien den Bruterfolg von Meisen beeinträchtigen kann. Biete Fettfutter deshalb im Winter an und nicht bis in die Brutzeit hinein.

Welches Futter für welche Vogelart?

Wenn Du einen bestimmten Gast im Blick hast, hilft diese Übersicht:

  • Kohlmeise und Blaumeise: Sonnenblumenkerne, Erdnussbruch, Fettfutter
  • Buchfink: Körnermischung, am Boden oder im Futterhaus
  • Gimpel: Sonnenblumenkerne aus Futtersäule oder Futterhaus
  • Stieglitz und Erlenzeisig: Nigersaat, Mohn, Sonnenblumenkerne
  • Haus- und Feldsperling: Körnermischung, Sonnenblumenkerne
  • Amsel und Rotkehlchen: Haferflocken, Rosinen, Äpfel, Mehlwürmer
  • Kleiber und Buntspecht: Nussbruch und Fettfutter, gern am Baumstamm

Was Vögel nicht fressen dürfen

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Manches, was in der Küche übrig bleibt, schadet Vögeln mehr, als es ihnen hilft. Die folgende Übersicht zeigt, was Du besser weglässt und was Du stattdessen anbieten kannst.

Lieber nichtWarumBesser geeignet
Brot, Kuchen, Keksequillt im Magen auf, schimmelt schnell und liefert kaum, was Vögel brauchenHaferflocken
Wurst, Käse, Speck, Schinkenenthalten viel Salz, das den Stoffwechsel der Vögel belastetFettfutter ohne Salz
Gewürzte oder gekochte EssensresteSalz und Gewürze sind für Vögel ungeeignet, Reste verderben raschKörnermischung
Gesalzene Nüsse und Knabberzeugzu viel Salzungesalzener Nussbruch in Futterqualität
Butter, Margarine, reines Fettvom LBV ausdrücklich nicht empfohlen, ohne Körner sehr einseitigfertige oder selbst gemachte Fett-Körner-Mischung
Klein geschnittenes Obst bei Frostfriert durch und ist dann nicht mehr fressbarganze, halbierte Äpfel
Feuchtes, klumpiges oder verschimmeltes Futterkann Vögel krank machentrocken gelagertes, frisches Futter

Bei Nüssen lohnt ein zweiter Blick: Sie können bei feuchter Lagerung von Schimmel befallen werden. Greife deshalb nur zu Ware, die ausdrücklich als Vogelfutter verkauft wird, und wirf alles weg, was muffig riecht oder verfärbt ist. Auch bei Obst gilt: lieber ganze oder halbierte Früchte auslegen, wie es der LBV empfiehlt, als Schnipsel, die bei Kälte durchfrieren.

Qualität kurz geprüft

  • Zutaten: Je klarer die Bestandteile benannt sind und je weniger Weizen enthalten ist, desto besser.
  • Ambrosia: Samen der allergenen Beifuß-Ambrosie können über Vogelfutter in den Garten gelangen. Ein Hinweis wie „Ambrosia-kontrolliert“ ist nach Einschätzung des LBV allein noch keine Garantie.
  • Zustand: Gutes Futter riecht neutral und rieselt frei, ohne Klumpen, Schimmel oder Gespinste.

Wie Du Packungsgrößen vergleichst, Futter richtig lagerst und beim Kauf auf Ambrosia achtest, erfährst Du ausführlich in unserer Kauf-Checkliste zum Vogelfutter.

Häufige Fragen zum Vogelfutter

Kann ich Vogelfutter selbst mischen?

Ja, und das ist gar nicht schwer. Rezepte für Körnermischungen, Fett und Obst findest Du in unserem Beitrag zum Selbermachen von Vogelfutter.

Welche Sorte lockt die meisten Arten an?

Mit Sonnenblumenkernen erreichst Du die größte Vielfalt, denn Meisen, Finken, Sperlinge und Kleiber fressen sie gleichermaßen. Ergänzt Du sie um Weichfutter am Boden, kommen auch Amsel und Rotkehlchen auf ihre Kosten.

Brauchen Meisen und Amseln unterschiedliches Futter?

Ja. Meisen holen sich Kerne und Fett am liebsten aus hängenden Spendern, Amseln fressen Weichfutter am Boden. Wer beide im Garten haben möchte, bietet am besten zwei verschiedene Futterstellen an.

Titelbild: Foto: Johntex, CC BY 2.5, via Wikimedia Commons

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