Vogelfutter selber machen gelingt mit wenigen Zutaten: Für Körnerfresser mischst Du ungesalzene Kerne und Flocken zu einem Streufutter, für Meisen und Spechte bindest Du Körner mit festem Rindertalg, und Amseln oder Rotkehlchen freuen sich über Obst und weiches Futter. Entscheidend sind ungewürzte Zutaten, saubere Futterstellen und kleine Portionen, die schnell aufgefressen werden.
In diesem Beitrag vergleichen wir fünf einfache Rezepte: zwei Mischungen zum Streuen, zwei Varianten mit Fett und ein Obstangebot. Rezepte für Meisenknödel und Futterglocken haben wir bewusst weggelassen, dafür gibt es bei uns eine eigene Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Bevor Du loslegst: drei Grundregeln
- Nichts Gewürztes und nichts Gesalzenes: Die Schweizerische Vogelwarte rät von gewürzten Speisen, Brot und Essensresten ab. Brot quillt außerdem im Magen auf.
- Kein Palmfett: Für Fettfutter eignet sich Rindertalg. Er wird bei Kälte schön fest und hält die Körner zusammen.
- Frisch statt auf Vorrat: Selbst gemachtes Futter enthält keine Konservierungsstoffe. Stell nur so viel bereit, wie innerhalb von ein bis zwei Tagen gefressen wird.
Die fünf Rezepte im Vergleich
| Rezept | Für welche Vögel | Aufwand | Haltbarkeit draußen |
|---|---|---|---|
| Körner-Streufutter | Meisen, Finken, Sperlinge | sehr gering | trocken mehrere Tage |
| Weichfutter-Mischung | Amsel, Rotkehlchen, Heckenbraunelle | gering | ein bis zwei Tage |
| Fettfutter-Zapfen | Meisen, Kleiber, Spechte | mittel | bei Frost einige Tage |
| Fettfutter-Plätzchen | Meisen, Kleiber | mittel | bei Frost einige Tage |
| Obstspieß | Amsel, Wacholderdrossel, Star | sehr gering | ein bis drei Tage |
Rezept 1: Körner-Streufutter
Eine einfache Grundmischung für Silo und Futterhaus.
Zutaten:
- Sonnenblumenkerne als größter Anteil
- geschälter Hanf oder Hirse
- kernige Haferflocken
- grob gehackte, ungesalzene Haselnüsse oder Walnüsse
So geht’s: Misch alle Zutaten in einer trockenen Schüssel und füll die Mischung in ein gut schließendes Glas. Die Sonnenblumenkerne bilden die Basis, weil fast alle Körnerfresser sie annehmen. Kleinere Samen sind bei Finken und Sperlingen gefragt. Mehr zu den einzelnen Futtersorten findest Du in unserem Ratgeber zur Auswahl des richtigen Vogelfutters.
Rezept 2: Weichfutter-Mischung für Bodenfresser
Amseln, Rotkehlchen und Heckenbraunellen fressen lieber weiches Futter und suchen es oft am Boden.
Zutaten:
- kernige Haferflocken
- ungeschwefelte Rosinen, über Nacht in Wasser eingeweicht
- etwas Weizenkleie
- ein Teelöffel Rapsöl pro Handvoll Flocken
So geht’s: Gieß die Rosinen ab und vermenge alles, bis die Flocken leicht glänzen. Das Öl macht die Mischung energiereicher, ohne dass sie klebt. Biete sie in einer flachen Schale oder einem Bodenspender mit Dach an, damit sie nicht durchnässt. Was abends übrig ist, kommt weg.
Rezept 3: Fettfutter-Zapfen
Eine schöne Bastelei für einen kalten Nachmittag.
Zutaten:
- große, trockene Kiefernzapfen
- Rindertalg
- feine Körnermischung, etwa aus Rezept 1
- ein Stück Draht zum Aufhängen
So geht’s:
- Befestige den Draht am oberen Ende jedes Zapfens.
- Schmilz den Talg bei kleiner Hitze. Lass heißes Fett nie unbeaufsichtigt und halte Kinder vom Herd fern.
- Rühr die Körner ein und lass die Masse abkühlen, bis sie zäh wird.
- Drück die Masse mit einem Löffel tief zwischen die Schuppen.
- Lass die Zapfen im Kühlschrank fest werden und häng sie anschließend an einen schattigen Ast.
Rezept 4: Fettfutter-Plätzchen
Mit Ausstechformen werden aus Fettfutter kleine Anhänger.
Zutaten:
- Rindertalg und Körner etwa im Verhältnis eins zu eins
- Plätzchenformen aus Metall
- Backpapier und ein dickes Stück Naturgarn
So geht’s: Stell die Formen auf das Backpapier und füll sie mit der abgekühlten, noch weichen Masse. Steck vor dem Festwerden ein Stück Garn als Schlaufe hinein. Sobald alles hart ist, drückst Du die Plätzchen aus der Form. Häng sie im Halbschatten auf und entferne Reste, sobald sie weich oder ranzig werden.
Rezept 5: Obstspieß für Drosseln
Der einfachste Beitrag für Weichfutterfresser.
Zutaten:
- Äpfel oder Birnen, gern auch leicht angeschlagene
- ein kräftiger Zweig oder ein Holzstab
So geht’s: Halbiere das Obst und spieß die Hälften auf den Zweig, den Du in den Boden oder in einen Strauch steckst. Ganze Äpfel kannst Du auch einfach auf den Rasen legen. Der LBV empfiehlt bei Frost ganze oder halbierte Früchte statt klein geschnittener Stücke.
Hygiene und richtige Menge
- Kleine Portionen: Lieber täglich nachlegen als große Mengen auslegen, die verderben.
- Reste entfernen: Schimmeliges oder ranziges Futter gehört in den Hausmüll, nicht auf den Kompost.
- Futterplätze sauber halten: Mehr dazu findest Du in unserem Beitrag zur Reinigung von Futterhaus und Nistkasten.
- Fett im Winter: Biete Fettfutter vor allem bei Kälte an und beende es vor Beginn der Brutzeit.
Fragen zum selbst gemachten Vogelfutter
Wie bewahre ich selbst gemachtes Fettfutter auf?
Kühl, trocken und luftdicht verpackt meist mehrere Wochen. Riecht das Fett ranzig oder zeigt sich Schimmel, wirf es weg.
Darf ich gefrorene Beeren aus dem Garten verwenden?
Ja, heimische Beeren wie Vogelbeeren oder Holunder kannst Du im Herbst sammeln, einfrieren und im Winter aufgetaut anbieten. Pflück nicht alles ab, die Vögel holen sich ohnehin einen Teil direkt vom Strauch.
Können Kinder beim Vogelfutter-Basteln helfen?
Sehr gern, etwa beim Mischen der Körner, beim Auffädeln der Obstspieße oder beim Füllen der Ausstechformen. Das Schmelzen des Fetts übernimmt aber immer ein Erwachsener.
